
Für mich als Coach und Therapeut ist das Schönste an Hypnose, wenn ich die Erfolge meiner Klient*innen direkt mitbekomme. Einmal hat mir eine Klientin – nennen wir sie Frau Z. – ein Foto geschickt, auf dem sie neben ihrem Sohn steht, der eine Katze auf dem Arm hält …
Jetzt werden Sie sich wundern, weil das Beitragsbild keine Katze, sondern ein Kamel zeigt, aber lesen Sie gern bis zum Schluss, dann macht das Sinn.
Also Katzenfoto klingt erstmal unspektakulär. Aber noch eine Woche vorher wäre es für Frau Z. völlig undenkbar gewesen auch nur in der selben Gegend wie eine Katze zu sein, geschweige denn auf dem selben Foto. Frau Z. litt nämlich schon ihr ganzes Leben lang an Katzenphobie (fachsprachlich Ailurophobie oder F40.2 genannt)- seit mehr als 50 Jahren!
Der Anblick von Katzen, Katzenbildern und sogar Katzen-Emojis hatte Frau Z. bisher in Ekel und Angst versetzt, so dass sie immer schnell das Weite suchte, hektisch wegschaltete oder laut schreiend aufsprang, sobald irgendwo ein feliner Freund auftauchte oder aufzutauchen drohte. Auch konnte sie bestimmte Freundinnen und Freunde, die Katzen hatten oder Orte nicht besuchen, an denen Katzen mit hoher Wahrscheinlichkeit auftauchen konnten.
Es ist ok, Angst vor Katzen zu haben
In der einen Hypnose-Sitzung, die wir zu dieser Angst machten, hatten wir uns in Hypnose „nur“ vorgestellt, dass es okay für Frau Z. ist, Angst vor Katzen zu haben. Denn die Angst war etwas, wofür sich Frau Z. selbst verurteilte und abwertete und ihr das Leben somit noch zusätzlich schwer machte. Da wir uns das Leben aber leichter machen wollen, fangen wir erstmal damit an, den Ist-Zustand ohne Selbstanklage anzunehmen. Klar, könne Frau Z., wenn Sie nach unserer Sitzung unbedingt wolle und wirklich Lust darauf haben sollte, kurz durch den Türspalt in das Katzenzimmer ihres Sohns lunschen. Aber es ist völlig okay, wenn Sie weiterhin für Abstand zwischen sich und Katze sorgt.
Ich erinnere mich noch, wie Frau Z. nach der Sitzung meine Praxis mit einer abenteuerlustigen Neugier verlies: Am liebsten hätte sie den Nachbarn gleich gefragt, ob er ihr seine Katze mal zeigen könne.
Zwei Tage später jedenfalls schickte mir Frau Z. ein Foto, das sie neben ihrem Sohn stehend zeigt, der eine Katze im Arm hält. Beide sahen sich mit großen Augen an (Katze und Frau Z.). Dass sich Frau Z. so schnell in die Höhle des Löwen wagte, hätte ich nicht gedacht, aber ich hab mich sehr mit ihr gefreut.
Kurz darauf schrieb mir Frau Z. noch, dass Sie ihren Winterurlaub gebucht hatte: Ägypten – das Ursprungsland der europäischen Hauskatze. – Und das dürfte auch für Frau Z. das Schönste an Hypnose sein: Wenn es geschafft ist und sich das Problem gelöst hat. Das geht nicht immer so schnell wie bei Frau Z., darf aber immer sehr angenehm sein.
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Mein Name ist Torsten Philipp. Ich bin zertifizierter Hypnose-Coach, Hypnosystemischer Berater und Therapeut, Diplom-Sozialpädagoge, Heilpraktiker auf dem Gebiet der Psychotherapie, Musiker und vieles mehr.
Ich biete Hypnose und Hypnosystemische Beratung und Therapie in Leipzig zu großen und kleinen Lebensthemen an. Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf..